Dan Brown – Inferno

Der Roman Inferno zeigt Dan Brown, wie er leibt und lebt – und leider nicht mehr als das. Zugegeben – die Geschichte ist durchaus spannend. Der ewige Romanheilige und Allzweckwaffe von Dan Brown Robert Langdon, Kulturwissenschaftler, Symbologe und Alleswisser, verliert sein Gedächtnis. Geholfen wird ihm – wie kann es anders sein – von einer schönen, aber geheimnisvollen Frau. Mit ihr zusammen entgeht er mehreren Mordanschlägen und Entführungsversuchen – und das alles vor der faszinierenden Kulisse von Florenz. Soweit so gut.

Das Inferno von Dan Brown – ein müdes Lagerfeuer

Während dem Lesen des Romans drängt sich aber immer wieder der Eindruck auf, dass Dan Brown in seinem Autorenvertrag verpflichtet wurde, eine gewisse Seitenzahl zusammenzubringen. Und offenbar hatte er dabei große Mühe. Eine Videobotschaft wird im Roman von verschiedenen Personen angesehen. Teile der Videobotschaft werden immer wieder abgedruckt – und die Personen, die die Videobotschaft betrachten, stellen immer die gleichen Fragen, die Robert Langdon immer und immer wieder mit unerschöpflicher Geduld behandelt – was dem Leser irgendwann den letzten Nerv raubt und ihm zum hektischen Weiterblättern animiert.

Der große, gutaussehende Professor nervt zunehmend

Zunehmend unerträglich werden auch Passagen wie (sinngemäß) „Sie blickte bewundernd zu dem großen, gutaussehenden Professor auf.“ Vielleicht muss Dan Brown hier einige eigene Komplexe bearbeitet.

Ganz böse ist jedoch die Wendung im letzten Teil des Romans – ich meine die Auflösung, wer der Böse ist. Selten hat mich eine unverhoffte Wendung so geärgert – weil Dan Brown allzu krampfhaft versucht, diese bis zum Schluss zu verschleiern und einige Romanpassagen so verbogen werden, dass die Geschichte eigentlich hinten und vorne nicht mehr stimmig ist.

Fazit

Der große Verdienst der Dan Brown Romane liegt darin, dass er Weltgeschichte sowie Kunst- und Bauwerke lebendig macht. Dies trifft auch für Inferno zu. Für alle, die schon einmal in Florenz waren, wird der Roman interessant sein – und die, die noch nicht dort waren, werden Lust bekommen, einmal dorthin zu reisen. Dies allein ist ein Grund, Inferno von Dan Brown zu lesen. Und die Geschichte ist auch – wie immer – durchaus spannend und ansprechend erzählt.
Leider wird Robert Langdon zunehmend unsympatisch. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich Dan Brown ein neues Konzept überlegt – und nicht mehr sein ewiges „Gutaussehender Professor reist mit einer gutaussehenden Frau durch die Weltgeschichte und entschlüsselt Symbole, die historische Persönlichkeiten dort versteckt haben – und rettet darüber hinaus die Welt.“

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