Die Schlacht der fünf Heere – Film vs. Buch

Viel Handlung ist im Buch „Der kleine Hobbit“ für die finale Schlacht der fünf Heere nicht mehr geblieben. In weniger als 100 Seiten schildert das Buch den Ausgang der Geschichte. Im Film läuft einiges anders. Teile wie die Liebesgeschichte zwischen der Elbin Tauriel und Zwerg Kili wurden weiter ausgeschlachtet. Und ein zusätzliches Ork-Heer wurde erfunden, das wie ein laues Lüftchen verpuffte. Aber seht selbst.

Smaug und die Seestadt

Buch Der Hobbit

Der Drache Smaug fliegt los, um sich an der Seestadt zu rächen. Denn Bilbo hat ihm dazu im Vorfeld eindeutige Hinweise zu seiner Verbindung mit Esgaroth genannt und sich unter anderem als Fassreiter bezeichnet. Bei dieser Gelegenheit hat Bilbo auch gesehen, dass es eine Stelle an Smugs Brust gibt, die nicht von den gewaltigen Schuppen bedeckt ist. Als Bilbo dies den Zwergen erzählt, hört eine alte Drossel mit. Smaug fliegt also nach Seestadt. Bard erkennt die Zeichen, dass das mysteriöse Leuchten vom Einsamen Berg nicht vom Zwergenkönig, sondern von einem Drachenangriff kommt. Er mobilisiert die Verteidigung. Smaugs feuriger Atem lässt die Stadt in Flammen aufgehen. Frauen und Kinder flüchten in Booten, allein die Bogenschützen rund um Bard halten Stand. Die Drossel, die Bilbo gelauscht hat, fliegt zu Bard, der aus dem Geschlecht von Girion stammt, die einst die Könige in Seestadt gestellt haben und mit Vögeln sprechen können. Die Drossel berichtet Bard von der ungeschützten Stelle an Smaugs Brust. Bard nimmt daraufhin den letzten schwarzen Pfeil, den er nicht verschossen hat und der tatsächlich ein Erbstück der Familie ist. Damit erlegt er den Drachen Smaug.

Film Die Schlacht der fünf Heere

Im Film befinden sich die Zwerge Kili Fili, Oin und Bofur noch in der Seestadt. Sie wurden von Legolas und tauriel gerettet. Die Elbin hat darüber hinaus Kili geheilt, der in Teil 2 eine tödliche Wunde durch einen Morgulpfeil erhalten hat. Bard hat währenddessen vor einem möglichen Drachenangriff gewarnt und wurde deswegen vom Bürgermeister inhaftiert.

Als Smaug Seestadt bedroht, fliehen die Menschen. Der Bürgermeister flieht mit seinem Gold, Tauriel, Legolas und die Zwerge fliehen mit Bards Kindern. Bard lassen sie einfach zurück. Zum Glück kann sich dieser selbst helfen und sich aus seinem Gefängnis befreien. Er eilt zum Glockenturm und verschießt seine Pfeile auf Smaug – vergebens. Währenddessen klettert sein Sohn vom rettenden Boot, holt den gewaltigen Pfeil aus dem Film Hobbit 2, Smaugs Einöde, und bringt diesen zu seinem Vater. Der clevere Vater nutzt den Glockenturm und die Schulter seines Sohnes wie eine gigantische Armbrust. Gott sei Dank kostet das dem Jungen nicht sein Ohr. Smaug sieht sich von Bard herausgefordert und verkündet, Bard töten zu wollen. Dabei entdeckt dieser selbst die fehlende Schuppe an Smaugs Brust und tötet ihn. Smaug fällt tot auf das Boot des Bürgermeisters und tötet diesen dadurch. Im Buch bleibt der Bürgermeister am Leben. Im Film übernimmt dessen Rolle als Oberdepp der stellvertretende Bürgermeister Alfred, ein absoluter Unsympath, der immer wieder als Sidekick herhalten muss. Im Buch kommt er nicht vor.

Die Zwerge haben das Geschehen beobachtet. Am nächsten Tag sehen sie, wie die überlebenden Menschen in die alte Stadt Tal / Dale nahe des einsamen Berges flüchten. Sie beschließen,  eine Mauer zu bauen.

Gandalf & Galadriel vs. Necromancer

Gandalf wurde in Hobbit teil 2 vom Necromancer gefangengenommen. Galadriel befreit ihn zusammen mit Elrond und Saruman. Sie müssen dabei gegen die Ringgeister aus Herr der Ringe kämpfen. Schließlich erscheint Sauron höchstselbst. Und nun ist es Galadriel, die sich vorher um den verletzten Gandalf gekümmert und ihm zur Flucht verholfen hat, die diesen mit Worten der Macht (und vielleicht ihrem schrecklichen Aussehen in diesem Moment, analog zu Herr der Ringe – Die Gefährten) vertreibt. Der Kampf gegen den Necromancer wird im Buch nur in mehreren halbsätzen angerissen, von Sauron ist überhaupt keine Rede.

Legolas und Tauriel beschließen,  zur Orkfestung Gundabad aufzubrechen, da dort die Orks herzukommen scheinen. Dies fehlt im Buch, da Legolas und Tauriel überhaupt nicht vorkommen. Gundabad wird lediglich kurz erwähnt.

Die Menschen fordern ihren Anteil am Drachenhort

Buch Der Hobbit

Die Zwerge und Bilbo warten währenddessen im einsamen Berg auf die Rückkehr von Smaug, doch nichts tut sich. Sie wagen sich in die große Halle und staunen über die Schätze. Thorin sucht nach dem Arkenstein, kann diesesn jedoch nicht finden, da Bilbo diesen vorher ansichgenommen hat. Er schenkt Bilbo allerdings ein Kettenhemd aus Mithril, das einem Elbenprinzen würdig gewesen wäre und das Frodo später im Herr der Ringe gute Dienste leisten wird. Nach mehreren Tagen verkündet schließlich einer der alten Raben, die in vergangenen Zeiten Freunde der Zwerge waren, dass Smaug gefallen ist, sich aber Menschen und Waldelben aufgemacht haben, um den gewaltigen Drachenhort ansichzureißen. Doch auch die Zwerge unter der Herrschaft von Dain haben sich aufgemacht. Eine Konfrontation steht bevor.

Einige Stunden später stehen die Menschen unter Bards Führung sowie der Elbenkönig Thranduil vor dem Tor des Einsamen Berges. Bard fordert ein Zwölftel Anteil am Zwergenhort, um ihre Stadt wieder aufbauen zu können und als Wiedergutmachung dafür, dass die Zwerge mit ihrem Gold einst den Drachen überhaupt erst angelockt haben. Doch Thorin Eichenschild schaltet auf stur. Er weigert sich, die Schätze herauszugeben – vor allem, da er auch Kunde über das Nahen der Truppen Dains erhalten hat.

Film Schlacht der fünf Heere

Währenddessen kommt der Elbenfürst Thranduil. Er bringt den Menschen in Dale essen. Eigentlich ist er aber da, um den einsamen Berg zu belagern, da er es auf einige Juwelen abgesehen hat. Bard bittet darum, mit den Zwergen zu verhandeln. Doch Thorin bticht das Wort, dass er Bard in der Seestadt gegeben hat. Er will nicht helfen, da die Drachenkrankheit und die Gier nach Gold übermächtig werden Zugleich sucht er vergebens nach dem Arkenstein. Bilbo überlegt, ihm den Stein auszuhändigen, verzichtet aber darauf, weil das laut Balin den Wahn nur nähren würde.

Legolas und Tauriel entdecken währenddessen,  dass ein gewaltiger Orktrupp sich von Gundabad her dem Einsamen Berg nähert.

Der Arkenstein

Buch Der Hobbit

Bilbo findet die Forderungen von Bard und den Elben durchaus gerechtfertigt. Außerdem möchte er ein Blutvergießen vermeiden. In der Nacht schleicht er sich deswegen mit Hilfe des Rings, der unsichtbar machen kann, in das Lager der Elben und Menschen. Er übergibt Bard den Arkenstein, damit die Allianz gegen den Zwergenkönig ein Druckmittel für ihre Verhandlungen hat. Nun zeigt sich auch Gandalf, der das Verhalten von Bilbo lobt. Dann schleicht der Hobbit sich wieder ins Lager der Zwerge zurück.

Am nächsten Tag präsentieren Bard und der Elbenkönig den Arkenstein. Bilbo gesteht, dass er den Stein ansichgenommen und an Bard übergeben hat. Er begründet dies so, dass er sich mit dem Stein  schon einmal seinen Anteil genommen hat. Als Belohnung für seine Teilnahme an der Befreiung des Einsamen Berges hatten die Zwerge Bilbo den vierzehnten Teil des möglichen Gewinns in Gold und Silber versprochen. Bilbo fordert Thorin auf, seinen Anteil an Bard zu übergeben. Thorin ist dennoch zornig. Er versucht, Bilbo zu erdrosseln, doch Gandalf, der die ganze Zeit getarnt mit dabei gewesen ist, verhindert dies.

Film Schlacht der fünf Heere

Die nächsten Geschehnisse im Film sind denen im Buch sehr ähnlich. In der Nacht schleicht Bilbo nach Dale und übergibt den Arkenstein an Thranduil und Bard. Gandalf ist auch da, um die Menschen vor den anrückenden Orks zu warnen. Bard und Thranduil rücken mit Elben- und Menschenheer vor das Tor und benutzen das Juwel als Druckmittel. Bilbo gesteht Thorin, den Arkenstein genommen zu haben. Gandalf rettet Bilbo vor dem Zorn Thorins.

Die Schlacht der fünf Heere

Buch Der Hobbit

Bilbo kehrt mit Elben, Menschen und Arkenstein zum Lager zurück, da Thorin nicht sofort auf die Bedingungen eingegangen ist. Währenddessen sind die Zwerge unter der Führung von Dain eingetroffen und stehen nun Menschen und Elben gegenüber. Eine blutige Schlacht zwischen den drei Parteien scheint unmittelbar bevorzustehen. Doch da verdunkelt sich der Himmel. Von Norden kommt eine gewaltige Armee von Orks unter der Führung von Bolg, dem Sohn von Azog, heran. Aufgrund dieser Bedrohung verbünden sich Zwerge, Menschen und Elben. Und auch Thorin und die 12 Zwerge entsteigen dem Einsamen Berg, um zu kämpfen. Bilbo versucht, sich so weit wie möglich aus der Schlacht herauszuhalten. Dabei leistet ihm sein Ring wertvolle Dienste. Er hat ein bisschen Zeit und Muße, um sich umzusehen und deswegen ist er es, der die Ankunft der Adler entdeckt. Doch dann erhält er einen Schlag gegen den Kopf und verliert das Bewusstsein.

Menschen, Elben, Adler und Zwerge sind währenddessen gegen die Orks in der Unterzahl. Unterstützung erhalten sie im letzten Moment von Beorn, dem Bärenmenschen.  Den Orks gelingt es, Thorin mit ihren Speeren niederzustrecken. Dabei sterben die Zwerge Kili und Fili beim Versuch, ihn zu verteidigen – denn Thorin war ihr Onkel. Beorn rettet den gefallenen und schwerstverletzten Thorin. Dann stürzt er sich auf den Orkanführer Bolg und tötet diesen, worauf die Orks fliehen.

Film Schlacht der fünf Heere

Die Truppen Dains treffen ein. Es droht eine Schlacht zwischen den drei Parteien, doch dann kommen die Orks, zusammen mit Werwürmern, die es im Buch nicht gibt.

Menschen, Zwerge und Elben schließen sich nach kurzem Zögern zusammen. Die Orks attackieren Dale. Bard tut alles, um Frauen und Kinder zu retten.
Thorin will zunächst nicht kämpfen, da er dem Wahnsinn verfallen ist. Nach langem hin und her beschließt er, doch einzugreifen. Auf praktischerweise plötzlich auftauchenden Steinböcken galloppiert er mit Kili und Fili zum Kommandoposten der Orks, von wo aus Azog und sein Sohn Bolg die Schlacht leiten.

Thranduil will mit seinen Truppen zurückziehen,  da zu viel Elbenblut vergossen wurde. Tauriel hält ihm eine Standpauke. Gemeinsam mit Legolas eilt sie Kili und den anderen Zwergen zuhilfe. Bilbo eilt, gegen Gandalfs Willen, los, um Thorin vor den Orks aus Gundabad zu warnen. Währenddessen treffen die Adler mit Radagast und Beorn ein, un zu helfen. Sie spielen sonst keine weitere große Rolle – genausowenig wie das Heer der 10000000 Orks. Das wird einfach nicht mehr erwähnt und war dramaturgisch völlig überflüssig. Es ist außerdem unlogisch, dass dieser gewaltige Orktrupp über den kleinen, schwer befestigten Hügel kommen soll, von dem aus Azog seine Befehle gibt.

Als Thorin und und seine Neffen oben ankommen, finden sie den Kommandoposten verwaist. Es ist eine Falle von Azog. Azog tötet Fili und wirft diesen in die Tiefe. Kili stürzt sich auf die Orks. Er wird von Bolg getötet. Tauriel kämpft gegen Bolg und stürzt mit ihm (ein Stück) in die Tiefe. Sie ist bewusstlos. Bolg hat das besser verkraftet. Legolas eilt herbei und ihm gelingt es schließlich,  Bolg zu töten. Währenddessen kämpfen Thorin und Azog verbissen auf einem zugefrorenen See. Am Ende nach langem brutalen Kampf töten sie sich gegenseitig.

Thorins Tod

Buch Der Hobbit

Als Bilbo aufwacht, ist er ganz allein auf dem Schlachtfeld. Denn er trägt noch immer den Ring am Finger, und so wurde er übersehen. Gandalf hat jedoch einen Mann losgeschickt, um Bilbo zu suchen. Der Mann bringt den Hobbit ins Lager. Wenig später steht Bilbo am Bett des schwer verletzten Thorin. Dieser weiß, dass er sterben wird und an einen Ort geht, an dem Gold und Silber nicht mehr wichtig sind. Er macht seinen Frieden mit Bilbo. Der Hobbit sucht die Einsamkeit und weint über den Tod von Thorin, ist aber auch dankbar, dass sie in Freundschaft geschieden sind. Als Thorin begraben wird, legt Bard ihm den Arkenstein auf die Brust. Und der Elbenkönig legt das Schwert Orkrist auf sein Grab, das fortan im Dunkeln leuchtet, wenn Gefahr droht.

Film Schlacht der fünf Heere

Bilbo, der von einem Ork bewusstlos geschlagen worden war, erwacht und findet Thorin am Rande des zugefrorenen Sees. Sie machen ihren Frieden miteinander. Thorin stirbt. Gandalf kommt und muntert Bilbo mit seiner Pfeife wieder auf. Tauriel trauert um Kili. Der vorher recht gefühlskalte Thranduil bescheinigt ihr, dass es wohl echte Liebe gewesen sein muss, wenn der Verlust so schmerzt. Legolas beschließt,  fortzugehen, da er Tauriel nicht haben kann. Sein Vater schlägt vor, nach Norden zu gehen und einen gewissen Streicher, Arathorns Sohn, zu suchen – den späteren Aragorn aus dem Herrn der Ringe.

Heimkehr

Buch Der Hobbit

Bilbo macht sich zusammen mit Gandalf und Beorn auf den Weg nach Hause. An Schätzen nimmt er lediglich eine Kiste Gold und eine Kiste Silber mit – sowie später auch das Gold der Trolle. Denn er weiß genau, dass ihm zu viel Reichtum nur unnötige Scherereien bringen würde.

Als er nach seiner langen Abwesenheit endlich nach Hause zurückkehrt, wartet noch eine unangenehme Überraschung auf ihn – die Hobbits haben ihn für tot erklärt und sind gerade dabei, seine Wertgegenstände zu versteigern. Seine Verwandten, die Sackheim-Beutlins, nehmen bereits in seiner Wohnhöhle Maß, um dort einzuziehen und sind nicht sehr begeistert darüber, dass Bilbo wieder im Lande ist. Ein Nachspiel hat das ganze außerdem für Bilbo – er verliert seine gute Hobbit-Reputation, da sich sein Verhalten nicht mehr vorhersehen lässt. Doch damit kann er gut leben.

Film Schlacht der fünf Heere

Bilbo kehrt heim und entreißt Lobelia Sackheim-Beutlin seine Silberlöffel. Auch im Film wurde er für tot erklärt.  In seiner Hobbithöhle zieht er den Ring hervor. Es folgt eine Überblende zum alten Bilbo, der in den Partyvorbereitungen für seinen 111. Geburtstag steckt. Der Kreis schließt sich.

Fazit – Unterschiede zwischen Buch und Film „Der Hobbit“

Es gibt sehr deutliche Abweichungen zwischen Film und Buch. Wie immer stellt sich die Frage, ob dem Film mehr Nähe zum Buch nicht gutgetan hätte. Die Liebe zwischen Tauriel und Kili ist überflüssig. Das gewaltige Orkheer von Gundabad verpufft in seiner Wirkung gegenüber den Kämpfen gegen Azog und Bolg. Der zimperliche Elbenkönig, der am Schluss – hurraaaa! – doch weiß, was Liebe ist, nervt mehr sls er gut aussieht. Und auch Thorin ist – wie beispielsweise König Theoden aus den Herr der Ringe Verfilmungen – viel verrückter als nötig. Trotzdem ist der Film sehr sehenswert und optisch ein Genuss. Vor allem dann, wenn man sas Buch nicht kennt.

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