Wir sind alle vergiftet – wie wir trotzdem Heilung finden können

Ich begegne immer häufiger Menschen, die große Sorge haben, vergiftet zu werden. Oft richtet sich diese Angst auf ein einzelnes Thema, etwa auf Impfungen – besonders auf moderne mRNA-Impfstoffe wie während der Corona-Pandemie oder auch durch Chemtrails. Diese Sorgen nehme ich ernst, denn sie entstehen nicht aus dem Nichts. Sie sind Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegenüber einer Welt, die immer künstlicher, immer technischer und immer undurchschaubarer geworden ist.

Gleichzeitig frage ich mich: Warum konzentrieren wir diese Angst auf einen so kleinen Ausschnitt, wenn wir doch längst in einer viel umfassenderen Belastung leben?

Eine Welt voller Stoffe, die nicht aus der Natur stammen

Eigentlich sind wir längst alle „vergiftet“ – nicht im dramatischen Sinn eines einzelnen Giftes, sondern durch eine dauerhafte, allgegenwärtige Belastung. Wir leben umgeben von Stoffen, die nicht aus der Natur stammen. Plastik ist überall. In unserer Kleidung, unseren Verpackungen, unserem Wasser, unserer Nahrung. Mikroplastik findet sich inzwischen sogar im menschlichen Körper. Anders als emotionale oder energetische Belastungen lässt sich das nicht einfach „abschütteln“.

Hinzu kommen Reize, die früher nicht existierten: Radiowellen, Mobilfunknetze, ständige Erreichbarkeit, permanenter Informationsfluss. Ich empfinde das oft wie eine Art Dauerrauschen. Nicht unbedingt sichtbar, aber spürbar. Eine subtile Überforderung des Nervensystems, die sich langsam einschleicht.

Vor diesem Hintergrund wirkt es fast paradox, dass wir ausgerechnet bei einzelnen medizinischen Maßnahmen die größte Angst entwickeln – während wir die alltägliche, allumfassende Belastung als gegeben hinnehmen.

Unsere Hilflosigkeit – und warum sie realistisch ist

Ich glaube nicht, dass wir uns dieser Welt vollständig entziehen können. Wir können nicht einfach alles hinter uns lassen und ein einsames Leben im Wald führen. Und selbst wenn wir es könnten, halte ich das nicht für erstrebenswert. Unsere Natur ist ohnehin bedroht. Die letzten Rückzugsräume sollten nicht dem individuellen Eskapismus geopfert werden.

Außerdem wäre auch das eine Illusion: Selbst im Wald wären wir nicht frei von globalen Einflüssen. Luft, Wasser, Böden – alles ist längst Teil eines größeren Systems.

Diese Hilflosigkeit anzuerkennen, fällt schwer. Aber sie ist ehrlich.

Was wir trotzdem tun können

Heilung bedeutet für mich in diesem Zusammenhang nicht, „alles loszuwerden“. Das wäre unrealistisch. Heilung beginnt dort, wo ich meinem Körper und meinem Geist Ausgleich ermögliche. Was ich tun kann, ist eine bewusste Verbindung zur Natur einzugehen. Dies meine ich nicht im Sinne von Selbstoptimierung. Mir geht es eher darum, in der Natur zu Ruhe zu kommen, negative Energien und Emotionen abzuschütteln und Kraft zu tanken.

Kraftorte, Stille und das richtige Timing

Ideal ist es für mich, einen Ort aufzusuchen, an dem die Natur noch spürbar wirkt. Ideal sind dafür Kraftorte geeignet, an denen ich die Schöpfungsenergie der Natur besonders stark spüren kann. Da ich in Franken wohne, sind das für mich vor allem Höhlen (z.B. Esperhöhle), Wälder und Quellen in der Fränkischen Schweiz, also eher weibliche Kraftorte. Doch auch an männlichen Kraftorten wie dem Staffelberg spüre ich die Erhabenheit der Natur. Mich erfasst ein tiefes Staunen über die Schönheit der Welt und das hilft mir, aus den starren Fesseln meines alltags auszubrechen.

Wenn es möglich ist, suche ich diese Orte zu Zeiten auf, in denen sie still sind: zum Sonnenaufgang oder zum Sonnenuntergang. Dann, wenn der Tag noch nicht begonnen hat oder bereits zur Ruhe kommt. In diesen Momenten werde ich nicht gestört, nicht abgelenkt. Ich lasse die Umgebung einfach auf mich wirken.

Ich bilde mir nicht ein, dadurch Mikroplastik aus meinem Körper zu entfernen. Aber ich spüre, dass sich etwas anderes reguliert: mein Nervensystem, meine Atmung, meine innere Spannung. Negative Energie – wie auch immer man sie nennen möchte – darf abfließen. Neue Kraft entsteht nicht durch Aktion, sondern durch Stille.

Warum beliebte Orte nicht immer heilsam sind

So paradox es klingt: Nicht jeder schöne Ort ist für mich ein Ort der Heilung. Beliebte Fotomotive wie die Externsteine oder die Basteibrücke können überwältigend sein – aber sie sind selten still. Je nach Lichteinfall und Motiv nicht einmal bei Sonnenaufgang (insbesondere Externsteine und Basteibrücke). Gerade an Wochenenden oder in den Sommerferien finde ich dort nicht die Ruhe, die ich suche. Manchmal sind es unscheinbarere Orte, die mehr bewirken. Zum Beispiel:

  • Statt den Externsteinen die Eisenquelle am Donoperteich
  • Statt Staffelberg oder Walberla zum Beispiel der Felsen von Wichsenstein

Schwierig ist es natürlich in Großstädten. In Berlin kommt noch am ehesten der Teufelssee bei Köpenick in Frage, oder der Spreewald. Von München aus ist es immerhin nicht weit in die Alpen.

Heilung als Beziehung, nicht als Lösung

Ich glaube nicht an die eine Lösung. Ich glaube nicht an vollständige Reinheit in einer unreinen Welt. Aber ich glaube daran, dass es uns hilft, uns wieder als ein Teil der Natur zu verstehen und Ehrfurcht zu entwickeln angesichts ihrer Schönheit.

Wichtige Regeln

In erster Linie geht es um die Begegnung mit der Natur.

1. Geh allein

Mein Tipp: geh allein. Oder höchstens mit einem gleichgesinnten Partner oder Freund. Mit Kindern ist es quasi unmöglich, mit Hund kann es funktionieren – das hängt aber stark vom Hund ab. Lass ihn auf keinen Fall frei laufen und jagen – das wäre ein unerwünschter Eingriff in die Natur. Wir Menschen haben genug angerichtet.

2. Greife nicht in die Natur ein

Entzünde kein Feuer. Vor allem nicht in Höhlen! Halte dich an Betretungsverbote (zum Beispiel in Höhlen wegen Fledermausschutz). Entsorge deinen Müll fachgerecht.

3. Lass dich von der Entspannung nicht stressen

Es kann sein, dass du nicht zur Ruhe kommst. Zumindest nicht beim ersten Mal, vielleicht auch nicht bei den ersten zehn. Das ist vollkommen in Ordnung. Auch, wenn der Ort nicht vollkommen ruhig und verlassen ist, wie du dir es vielleicht wünschst, kannst du ihn dennoch auf dich wirken lassen. Lass dich nicht stressen. Hab keine zu hohe Erwartungshaltung, gerade beim ersten Mal. Vielleicht lässt du dich ablenken – durch das Geräusch von Baumfällarbeiten im Wald (das ist wirklich nervig!), von lautem Hundegebell, vielleicht auch nur vom Surren einer Mücke (ich hasse die Viecher, auch wenn ich mich bemühe, eine Beziehung zur Natur aufzubauen). Du wirst vielleicht keine intensive Begegnung mit der Natur haben, aber du kannst trotzdem über die Wunder dieser Erde staunen.

Wichtig ist es einfach, frische Luft zu atmen, auf die Geräusche der Natur zu achten.