Kaum ein Thema polarisiert so stark wie die Frage nach sogenannten Chemtrails. Für die einen sind sie ein Mythos, für andere Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegenüber Technik, Politik und Industrie. Wer sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest: Die Debatte ist komplexer, als sie auf den ersten Blick wirkt – und sie lenkt oft von sehr realen Umweltbelastungen ab, denen wir täglich ausgesetzt sind und gegen die die Politik nichts unternimmt.

Chemtrails – Ursache, Entstehung und Verbreitung der These

Als „Chemtrails“ werden langlebige Kondensstreifen von Flugzeugen bezeichnet, denen eine gezielte Freisetzung chemischer Substanzen zugeschrieben wird. Wissenschaftlich gelten diese Streifen bislang als Kondensstreifen, die entstehen, wenn heiße, feuchte Abgase auf kalte Höhenluft treffen. Je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wetterlage können sie sich rasch auflösen oder über Stunden bestehen bleiben.
Ob darüber hinaus gezielte Programme zur flächendeckenden Ausbringung von Chemikalien existieren, ist wissenschaftlich nicht belegt. Das heißt aber nicht, dass ein solches Programm nicht vorstellbar wäre.
Der amtierende US-Präsident ist ein verurteilter Krimineller, vielleicht gar ein Pädophiler, er kann ungestraft im Alleingang einen Staatsstreich durchführen und souveräne Staaten wie Dänemark und Grönland bedrohen und bewundert dabei Russland – weil die ja dasselbe machen wie die USA. Und es gibt keinen Helden, der sich dem entgegenstellt, keinen realen Jack Ryan, keinen James Bond, keinen Politiker, der sich durchsetzt und das Desaster beendet. FBI und CIA stellen sich ebenfalls tot. Jeder Film mit diesem Szenario wäre noch vor wenigen Jahren als absolut hirnverbrannt durchgefallen, wenn es sich nicht explizit um Satire gehandelt hätte. Doch das Leben schreibt die verrücktesten Drehbücher.
Kurz: Bei all dem absurden Weltgeschehen und dem hohen Maß an Umweltverschmutzung, dem wir sowieso ausgeliefert sind, wären Chemtrails keine große Überraschung.
Doch man mag von Chemtrails halten, was man will: es gibt genug andere Bedrohungen für unsere Gesundheit, bei denen der Staat nichts tut, um sie einzugrenzen. Hier ein paar Beispiele.

Mikroplastik – unsichtbare Partikel im Körper

Unabhängig von der Chemtrail-Debatte ist gut belegt, dass Mikroplastik heute nahezu überall vorkommt: in der Luft, im Trinkwasser, in Lebensmitteln und sogar im menschlichen Körper. Die Partikel entstehen durch den Zerfall größerer Kunststoffprodukte, synthetische Kleidung, Reifenabrieb oder Verpackungen. Studien zeigen, dass Mikroplastik über Nahrung und Atmung aufgenommen wird. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen werden noch erforscht, doch es gibt Hinweise auf entzündliche Reaktionen, mögliche hormonelle Effekte, Zeugungsunfähigkeit bei Männern und Belastungen des Immunsystems. Besonders problematisch ist, dass Mikroplastik oft Schadstoffe bindet und so als Transportmittel für weitere Gifte dienen kann.
Gesund wird es sicher nicht sein, winzige Plastikpartikel im eigenen Körper zu haben.

Handystrahlung – allgegenwärtige elektromagnetische Felder

Mobilfunk, WLAN und drahtlose Kommunikation sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Damit geht allerdings eine stetige Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern einher. Nach aktuellem Forschungsstand liegen die Belastungen im Alltag meist unterhalb gesetzlicher Grenzwerte.

Doch es gibt Studien, die mögliche Zusammenhänge zwischen intensiver Langzeitexposition und Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen untersuchen. Ein eindeutiger kausaler Nachweis schwerer Erkrankungen gilt bisher als nicht erbracht, doch auch hier zeigt sich: Wir bewegen uns in einem dauerhaft künstlich erzeugten Umfeld, dessen Langzeitfolgen noch nicht vollständig verstanden sind. Und selbst, wenn herauskäme, wie schädlich solche Strahlung wäre – es ist unwahrscheinlich, dass 5G und andere Strahlenquellen wieder abgeschaltet werden.
Würdest du freiwillig auf dein Handy und mobiles Surfen verzichten?

Feinstaub – eine der größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit

Feinstaub zählt zu den am besten erforschten Umweltgiften. Er entsteht vor allem durch Verkehr (u.a. beim Reifenabrieb), Industrie, Heizungen (vor allem Holzöfen und Kamine) sowie landwirtschaftliche Prozesse. Die winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können sogar in den Blutkreislauf gelangen. Wissenschaftlich gesichert ist der Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen, chronischen Entzündungen und erhöhten Krebsraten. Besonders in Städten ist die Belastung dauerhaft hoch – ein Umstand, der die öffentliche Gesundheit messbar beeinflusst. Auch hier tut sich überraschend wenig.
Doch auch hier gilt: möchten wir beispielsweise auf unser Auto verzichten? In dem Fall spielt es übrigens keine Rolle, ob es sich um E-Autos oder Verbrenner handelt – Reifen haben sie alle.

Chemtrails, Mikroplastik, Strahlung – wir sind längst vergiftet

Nunja. Nachdem wir nicht tot umfallen, weil wir einmal am Straßenrand entlanggelaufen sind, einmal ein Handy in der Hand hatten und ein bisschen Plastik durch unsere Adern strömt, kann es so schlimm ja nicht sein. Oder?
Natürlich fordert unser ungesunder Lebensstil Opfer – nur eben hoffentlich nicht eins von mir.

Was können wir tun?

Die unbequeme Wahrheit lautet: Wir können uns auf dieser Welt nicht vollständig schützen.
Mikroplastik, Feinstaub, Strahlung … Da spielen Chemtails auch keine große Rolle.
Die moderne Zivilisation ist mit Schadstoffen durchzogen, und niemand lebt außerhalb dieses Systems. Statistiken zeigen steigende Krebsraten und zunehmende Atemwegserkrankungen – nicht als Folge einer einzelnen Ursache, sondern als Ergebnis vielfältiger Belastungen.

Sollten wir also alle in einer einsamen Hütte im Wald leben?

Natürlich ohne Handy wegen Strahlenbelastung.
Und ohne Holzofen wegen Feinstaub.
Und ohne Auto (Busse fahren da sowieso nicht, und laufen oder Rad fahren ist eh viel gesünder).
Und trotzdem mit Mikroplastik im Körper. Das geht da nicht mehr raus …

Nein. Es ist nicht realistisch.
Ich möchte nicht auf die Annehmlichkeiten der modernen Welt verzichten.
Ich trinke gerne Kaffee, obwohl er eine weite Reise hinter sich hat.
Ich kommuniziere gerne mit Familie und Freunden über mein Handy.
Ich fahre gerne Auto, weil ich damit unabhängig bin.
Ich wohne zur Miete und habe eine Gasheizung, weil ich so vernünftig und relativ günstig leben kann.
Ich gehe zum Arzt und bin sehr dankbar für Kopfschmerztabletten und andere Segnungen der modernen Medizin.

Die einzige realistische Antwort auf all die Umweltgifte und die verrückte Welt um uns herum liegt daher nicht im Rückzug, sondern im bewussten Umgang mit dem eigenen Leben.

Ganzheitlich gesund leben

Ein möglichst gesunder Lebensstil kann Belastungen nicht aufheben, aber ihre Auswirkungen abmildern. Dazu gehören eine halbwegs ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der bewusste Ausgleich zum Alltag. Besonders empfehlenswert sind Spaziergänge und Wanderungen in der Natur, angepasst an die eigene körperliche Fitness.
Es ist nachgewiesen: es ist gesünder, Übergewicht zu haben und sich regelmäßig moderat zu bewegen, als super schlank zu sein und sich quasi nie zu bewegen.
Ein Spaziergang in der Natur sorgt für Entschleunigung, Stressabbau und Kontakt mit möglichst sauberer Luft.

Die spirituelle Komponente

Auf spiritueller Ebene kannst du dazu eine bewusste Verbindung mit dem großen Ganzen, mit Natur und Schöpfung eingehen. Das kannst du beispielsweise durch Yoga in freier Natur erleben, durch Meditation oder durch das gezielte Aufsuchen eines Kraftortes.
Diese Praktiken ersetzen keine medizinische Vorsorge – aber sie fördern innere Ruhe, regen den Kreislauf an und vermitteln das Gefühl, nicht völlig ausgeliefert zu sein. Nicht dem Weltgeschehen – und nicht den Chemtrails.

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